Uelversheim – Rheinhessen: Produktionsstätte der Familie Kissinger: 
Hier leben und arbeiten 2 Generationen auf nachhaltigste Art und Weise, beide Generationen mit eigenem Stil aber mit demselben Ziel: Weine zu produzieren, die die Region und deren Terroir in sich tragen und wiedergeben. Dabei wird in den Gärten und im Keller nach biodynamischen Richtlinien gearbeitet: 


„Biodynamisch heißt vereinfacht: allen geht es gut! Flora, Fauna und damit auch den Menschen!“

 

Seit Beginn an strebte Jürgen Kissinger die biodynamische Bewirtschaftung seiner Gärten an, mit dem Jahrgang 2019 wurde dies zum ersten Mal auf dem Etikett mit der Zertifizierung sichtbar. Mit dem Jahrgang 2020 wurde das Ganze nochmals gesteigert: Demeter ist nun der Weg! 

Die ganze Familie ist in den Prozess des Weinbereitens sowie allen anderen anfallenden Arbeiten wie Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung involviert. Sohn Moritz, vinifiziert neben den Weinen, für die das Weingut Kissinger steht, auch seine eigenen Weine; hierbei schlägt er jedoch eine ganz andere Richtung ein als das Traditionsweingut. 
Naturweine- und Orange kommen hier in die Flasche. Gemeinsame Projekte von Sohn und Vater Jürgen werden zudem realisiert mit den Duo-Weinen, einer davon, nämlich der Sauvignon Blanc, ist einer unserer absoluten Kundenlieblinge. Wir haben Jürgen & Moritz getroffen und sie mit ein paar Fragen bombardiert… und herausgefunden, wie sie den Vinifikations-Stil des jeweils anderen finden; ob es hier vielleicht irgendwann mal zu einer Symbiose kommen wird und wie sie sich die Zukunft des Weingutes vorstellen. Hier ihre Antworten:

Spätburgunder-Lage "Herrenberg" mit Uelversheim im Hintergrund

Vater Jürgen & Sohn Moritz

Die Toplage "Geierscheiss" des Weinguts

Warum ist euch biologisches Bewirtschaften der Gärten und Arbeiten im Keller so wichtig? Welche Auswirkungen hat das auf euch persönlich bzw. auf das Weingut?

Jürgen Kissinger: Das war mir eigentlich schon immer wichtig, aber ich habe mich einfach nicht getraut da ich das Risiko gescheut habe und gewusst habe, dass ich dazu mehr Manpower brauche und aus einer gesicherten finanziellen Situation heraus das angehen will. Wenn man einen Betrieb aufbaut, ist das sehr schwierig. Für mich war klar als Moritz Winzer werden wollte, dass das Weingut als BIO-Weingut fortbestehen soll. Deshalb habe ich den Schritt unternommen. Die Wirtschaftsweise insbesondere Demeter, bei der der Mensch im Mittelpunkt des Ganzen steht, hat mich schon immer angesprochen. Ich bin der Überzeugung, dass man das was man macht auch mit einer bestimmten ideellen Leidenschaft und natürlich auch mit einer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen machen soll. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass die bio-dynamische Wirtschaftsweise unserer Weinqualität zugutekommt und unsere Weine authentischer macht.

Wie haben sich die Weine durch die Umstellung zu Bio verändert?

JK: Meiner Meinung nach sind die Weine mineralischer (Salzigkeit). Die Vergärung der Weine mit Naturhefen macht die Weine individueller und charakterstärker. Im Prinzip setzen wir nur Bentonit zur Eiweißstabilisierung zu. Das ist Alles.

VDP-Mitglied: ist das Thema für euch oder steht das überhaupt nicht zur Debatte? Wieso?

MK: Aktuell ist es für mich kein Thema. Die Freiheit den Wein so auszubauen, wie man es selbst möchte, lasse ich mir als Winzer ungern nehmen. Natürlich bietet der VDP auch gewisse Freiheiten und eine gute Plattform, jedoch sind die Verkaufszeiten der unterschiedlichen Güteklassen schon relativ festgelegt und ich möchte jedem Wein individuell die Zeit geben, die er braucht. Außerdem auch ohne Filtration und mit weniger Schwefel arbeiten, ich persönlich sehe uns nicht im VDP. Perspektivisch vielleicht eher in einer kleineren Gruppe von Winzern mit denen man Veranstaltungen organisieren kann.

Welcher eurer Weine ist euer persönlicher Liebling, welcher liegt euch besonders am Herzen?

JK: Meine absoluten Lieblinge sind Weißburgunder, Riesling und Spätburgunder. Natürlich mindestens im Ortswein-Niveau. Das sind Rebsorten mit starker Persönlichkeit und großem Potential.

Jedes Jahr gibt es wie in der Mode neue Trends, so auch in der Weinszene! Was haltet ihr von Weintrends, geht ihr mit oder bleibt ihr eurem Stil treu?

JK: Trends sind für mich nicht maßgebend. Natürlich gibt es einen Zeitgeist und die Weine interpretieren in gewisser Weise das Befinden des Winzers; das sollte man schon sehen. Aber das verstehe ich nicht als Trend, sondern als eine Weiterentwicklung. Für mich gilt Klasse, Stil, Eigenständigkeit, große Persönlichkeit. Das sind Attribute, die ich verfolge.

@Jürgen: Wie gefällt dir der Stil der Weine deines Sohnes Moritz? Wird das Thema Naturwein auch für das Familienunternehmen irgendwann Thema oder bleibt dies eher in Moritz´ Hand?

JK: Gefällt mir manchmal richtig gut, manchmal auch nicht soooo gut. Aber es hat eine große Eigenständigkeit (siehe Punkt 5) und das ist das was ich denke was es Wert ist noch weiterzuentwickeln. Meine Intension war der bio-dynamische Weinbau, der ist die Grundlage für diese Weine, das ist toll und ein super Vater – Sohn Projekt. Moritz schafft es noch besser die Eigenständigkeit ins Glas zu bringen!

Habt ihr vor die beiden Stile von Sohn und Vater weiterhin parallel laufen zu lassen oder gibt es in die Richtung irgendwann mal ein gemeinsames Projekt? (Richtung: Natural/Orange)

JK: Naturweine ja, Orange soll trinken wer´s unbedingt braucht; ich nicht!! Ob die Stile weiterhin parallel laufen, wird die Zukunft zeigen.

@Moritz: Wieso hast du dich dafür entschieden, deinen Weinen eine andere Richtung zu geben? Was hältst du von der eher traditionellen Art Weine zu vinifizieren, so wie es im Weingut Kissinger üblich ist?

MK: Ich glaube es ist selbstverständlich, dass sich mit einem neuen Charakter im Weingut vieles ändert, dabei natürlich auch der Wein. Ich sage immer: Es ist wie beim Kochen - zwei Köche mit den gleichen Zutaten würden auch nicht das gleiche Menü kochen! So wird auch jedes Menü die Persönlichkeit des jeweiligen Koches zeigen, beeinflusst durch verschiedene Erfahrungen und Reisen werden die Menüs unterschiedlich zubereitet. So auch bei uns im Weingut, ich hatte die Chance viel zu reisen, zu probieren und natürlich auch viele Menschen kennenzulernen, welche mich geprägt und inspiriert haben - dieses Bündel an Erfahrungen spiegelt sich in meinen Weinen wider.

 

Weingut Kissinger - Die Weine

Jürgen Kissinger - Riesling feinherb Qualitätswein 2021 -bio-
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Weißwein
Region Rheinhessen
Rebsorte 100% Riesling
Alkohol 11,0 %
Restzucker   19,0 g/l
Säure 8,3 g/l
8,50 EUR
11,33 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Silvaner Mild Qualitätswein 2020 1,0l -bio-
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Weißwein
Region Rheinhessen
Rebsorte Silvaner
Alkohol 9,5 %
Restzucker   35,7 g/l
Säure 5,5 g/l
7,50 EUR
10,00 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Riesling Qualitätswein 2021 1,0l -bio-
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Weißwein
Region Rheinhessen
Rebsorte Riesling
Alkohol 11,5 %
Restzucker   6,6 g/l
Säure 7,3 g/l
8,00 EUR
8,00 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Silvaner Trocken Qualitätswein 2021 1,0l -bio-
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Weißwein
Region Rheinhessen
Rebsorte Silvaner
Alkohol 12,0 %
Restzucker   6,0 l
Säure 5,1 g/l
7,50 EUR
7,50 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Filius QbA Perlwein
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Perlwein
Region Rheinhessen
Rebsorte Faberrebe (überwiegend), Weißburgunder
Alkohol 11,0 %
Restzucker   16,8 g/l
Säure 6,5 g/l
8,50 EUR
11,33 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Spätburgunder „Herrenberg“ Qualitätswein 2016
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Rotwein
Region Rheinhessen
Rebsorte 100 % Spätburgunder
Alkohol 13,5 %
Restzucker   0,3 g/l
Säure 5,0 g/l
20,00 EUR
26,67 EUR pro Liter
Jürgen Kissinger - Riesling Uelversheimer Geierscheiss Qualitätswein 2019
Kellerei Weingut Kissinger, Uelversheim
Weintyp Weißwein
Region Rheinhessen
Rebsorte 100 % Riesling
Alkohol 13 %
Restzucker   7,9 g/l
Säure 7,5 g/l
ab 24,00 EUR
32,00 EUR pro Liter
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